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Öffnet internen Link im aktuellen FensterLibyen unterm Feuersturm; Ägypten und die Revolutionslügen; der arabische Krisenbogen und seine Hintergründe; der Fall Soros - von Ferdinand Kroh. Öffnet internen Link im aktuellen Fensterlesen

Öffnet internen Link im aktuellen FensterKosovo 2011, der jüngste Staat in Europa drei Jahre nach der Unabhängigkeit - Kommentare, Reportagen, Fotos - von Norbert Gisder. Öffnet internen Link im aktuellen Fensterlesen 

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Öffnet internen Link im aktuellen FensterGrundsätzliche Überlegungen zur Produktivität von Arbeit und daraus entstehendem Wohlstand

 

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GT - das Magazin der Querdenker: Menschen, Organisationen, Firmen und Vereine, die sich an denkende Zeitgenossen wenden - und die vor allem etwas zu sagen haben - werden Öffnet internen Link im aktuellen Fensterhier miteinander vernetzt.

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Lykien ohne Meltemi - ein Törn mit Kind und Kegel
vor der türkischen Südküste von Marmaris nach Kas und Kastellorizon und zurück

Von Norbert Gisder
05.06.2009
Szenen einer Segeltour mit Kindern von Marmaris nach Kas und Kastellorizon und zurück. Fotos: Norbert Gisder

Kinder können ein Dickschiff nicht segeln? Völlig falsch. Vitus, Rainer und Norbert beweisen es: Die Knirpse, 9, 7 und 8 Jahre alt und schon ganze Seebären, schauen prüfend in den Himmel. „Papa, wenn der Wind vom Meer kommt und wir genau entlang der Küste segeln, könnten wir die Segel doch noch etwas öffnen. Dann werden wir auch schneller.“ Norbert hat genau recht. Ich will ihm noch sagen, über welche Leinen er Groß- und Vorsegel der Gib Sea 43 fieren kann, da hat er die Steuerbord-Fock bereits bedient und einen ordentlichen Schrick in die Schot gegeben, während Vitus die ins Cockpit geleitete Großschot der Sportyacht aus der französischen Dufour-Werft über die Winsch so sorgsam durch die geöffnete Schotklemme gleiten lässt, dass ich mir wünsche, manch Erwachsener könnte sich ein Vorbild daran nehmen. Drei bis vier Beaufort aus Südost treiben unser 12,85 Meter langes Schiff in Rauschefahrt unter der lykischen Küste mit Kurs 271 Grad westwärts, während die drei Rauhbeine zufrieden auf die Logge schauen: 9,4 Knoten Fahrt durchs Wasser bei 17 Knoten Wind, „ gut, oder, Papa?“

Wir sind auf der Rücktour unserer Lykien-Segelreise von Marmaris nach Kas, haben vor einer knappen Stunde den Hafen der griechischen Insel Kastellorizon verlassen, um bis heute Abend in Fethiye zu sein. Ufuk (die Kinder finden, Unfug passt besser), unser türkischer Reisebegleiter, Freund von Melek, ebenfalls Türkin, will uns dort im Restaurant seiner Freunde in der Altstadt bewirten. So ein Angebot sollte sich kein Türkei-Segler entgehen lassen. Denn nichts geht über das landestypische Essen, wenn man auf Segelreise das Mittelmeer durchpflügt, wo auch immer einen dieses Glück küsst: Dabei von Einheimischen bewirtet zu werden, die die ganze Vielfalt und das Aroma ihrer Kochkunst vorführen, ist ein Genuss mit Suchtpotenzial.

Marmaris, Gemiler Reede, Kas, die gleich gegenüber liegende, östlichste noch von Griechen bewohnte Dodekanes-Insel Kastellorizon und zuletzt Fethiye sind die Stationen auf unserem Törn. Mehr als 40 Stunden unter Segeln und in dieser Zeit eine Distanz von gut und gern 250 Seemeilen war unser nicht unambitioniertes Ziel: Unser Ziel – das heißt, das Ziel einer internationalen Crew, wie sie bunter kaum gewürfelt werden kann. Die Deutsch-Mexikanerin Maria gehört dazu, ihr russischer Freund Sergej, beide studieren in Barcelona; Marias Vater Thomas samt Sohn Vitus sind aus Deutschland, Thomas‘ Frau Leyla, heute Deutsche mit arabischen Wurzeln in Antakya an der Syrischen Grenze sowie ihre Tochter Melek und deren Freund Ufuk, beide Türken, sind mit von der Partie. Ach ja, und dann sind da natürlich noch meine beiden Söhne, Rainer, 7 und Norbert, 8 und ich selbst, born in Brasil, führe als Skipper die wunderschöne und perfekt ausgerüstete Yacht von Off Shore Sailing mit Heimathafen in der Albatros-Marina in Marmaris, der vielleicht besten Charterfirma im östlichen Mittelmeer. Ich gebe zu, einen fauleren Job habe ich selten gehabt – bei einer Crew wie meinen beiden Jungs und ihrem Kumpel Vitus sowie dessen Vater Thomas, zu dessen Seglerleben mehrere Sommer auf einem Chiemsee-Schraatz in der westlichen Ägäis zählen, ist die Arbeit überwiegend auf das Tragen der Verantwortung beschränkt. Und diese Last wiegt nicht schwer, wenn alle so umsichtig sind wie unser Team. Und die Smuts, Leyla, Melek, Maria, kräftig unterstützt von Ufuk und Sergej, tun alles, um die Mägen zu laben.

Da kommt Leyla schon wieder, kaum haben wir recht ordentlich gefrühstückt, aus dem Schiffsbauch – in der Rechten ein Tablett mit lauter naschfertigen Schmackeduzien: Tomaten, die von Pflanzen gepflückt wurden, die noch in richtiger Erde wurzelten; gewürzte Gürkchen, Häppchen von verschiedenen Käsesorten und selbst gebackenes, duftendes Brot. Außerdem verschiedene Kekssorten und die Reste von Vitus‘ Geburtstagskuchen vom Vortag. Dass Nutella und Blütenhonig aus dem Taurus nicht fehlen dürfen, ist klar bei so vielen Männern, die es drauf haben.

Bald sind Rainer und Vitus von der Schokocreme bis über die Ohren verschmiert, Käse, Salat und Kekse sind verputzt. Der aufbrisende Südost staut seit Tagen die von der See heran getriebenen Schönwetterwolken vor den küstennahen, bis zu 2000 Meter hohen Taurus-Bergen der Lykischen Felsketten zu bedrohlichen Massen.

Besser als der Meltemi, jener rauhe, böige und oft tagelang wütende Starkwind aus nördlichen Richtungen, unken die Türkei-Spezialisten und erzählen von den starken Fallwinden aus den hohen Bergen dieses bis zu 4000 Meter in den Himmel ragenden Gebirges. Zwei Nächte zuvor, im Hafen von Kas, vor einem rutschenden Anker römisch-katholisch festgemacht, haben wir ein paar solcher Böen selbst erlebt, die wie aus dem Nichts 1000 Meter aus der Höhe in die Bucht rauschten, dass es in den Wanten der Yachtriggs sang wie ein Chor alter Männer. All Hands on deck – wir mussten uns unter Motor von der Mole fernhalten und uns an Nachbarschiffen festmachen, die an soliden Murings lagen.

Seitdem kündigt sich ein Wetterwechsel an. Es kommen immer mehr Wolken aus dem Süden herauf und der Wind bringt eine alte See mit, die von einem Sturm kündet, der wohl vor einigen Tagen irgendwo dort unten gewütet haben muss, bevor die auslaufenden Wellen nun von backbord achtern unter unserem schönen Schiff durchziehen. In den Surfs von den ein bis zwei Meter hohen Kämmen erreicht Carmen, wie ihr Österreichischer Eigner die 12,85 Meter lange Gib Sea genannt hat, Tempi von meterweise mehr als 10 Knoten Fahrt durchs türkisblaue Meer. Die Kinder juchzen vor Freude und wenn in den hackigen, dreidimensionalen Bewegungen des rollenden Schiffes Ufuk und Melek schon mal leicht gelblich unter Deck verschwanden, so konnte darüber natürlich niemand lachen. Und ganz ehrlich: Auch die, die nicht seekrank geworden waren, freuten sich jedesmal wie die Schneekönige, wenn wir abends unseren Liegeplatz in einer geschützten Bucht gefunden oder in einem sicheren Hafen, an Murings vorn und achtern an den soliden Stegen einer Marina festgemacht hatten.

So nahmen wir auch in Fethiye gern die Hilfe des Marina-Personals an, das uns sogar mit Schlauchboot schon vor der Hafeneinfahrt begrüßte und zu unserem Liegeplatz geleitete. So einen Service bietet selbst Kroatien kaum, in Griechenland findet man ihn überhaupt nicht.

Ja, das ist schön in der Türkei. Und jedem, der einmal den Sinn einer Service-Gesellschaft kennen lernen will, kann man nur einen Segeltörn vor der türkischen Küste empfehlen: Nirgendwo sonst im Mittelmeer ist der segelnde Reisende so sehr König wie unter den im Frühling immer noch von Schnee bedeckten Kuppen des Taurus-Gebirges. Die 53 Euro, die das für Carmen samt der 10 Mann starken Besatzung in der Superluxus-Marina von Fethiye für die Nacht gekostet hat, waren im doppelten Wortsinn gut angelegt.

Und als wir am nächsten Abend nach einem fünften, traumschönen Segeltag bei bis zu 5 Beaufort und rauschender Fahrt durch den Golf von Fethiye, den vielleicht schönsten an der türkischen Südküste, den langen Schlag nach Marmaris machten und es unvermittelt wie aus Kübeln aus den vor der Küste aufgestauten Wolkenhaufen schüttete, wussten wir: Ostsee? Schön und gut. Aber der Sonnenstaat im östlichen Mittelmeer ist schwer nur zu toppen. Fünf lange Segeltage hatten wir ihn genossen. Jetzt erinnerten uns die Gewitter mit kräftigen Schauerböen daran, was den Unterschied ausmacht – zwischen Lykien und Usedom, dem Meer zwischen Marmaris und Kastellorizon und jenem zwischen Lübeck, Warnemünde und Stralsund …

Die Gib Sea 43 „Carmen“ aus der Dufour-Werft hat uns die Charterfirma Offshore Sailing zur Verfügung gestellt. Beheimatet in der firmeneigenen Albatros Marina, erreicht man Offshore Sailing über: P.O. Box 214, TR-48700 Marmaris, Turkey. Telefon: +90-252/412 34 30, Fax: +90-252/412 07 55. E-Mail: info@offshore-sailing.net. Und im Internet unter www.offshore-sailing.net

Im Büro der Marina werden deutsche Kunden in deutscher Sprache bedient und ausgiebig beraten.


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