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GT - das Magazin der Querdenker: Menschen, Organisationen, Firmen und Vereine, die sich an denkende Zeitgenossen wenden - und die vor allem etwas zu sagen haben - werden
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Fahrtest Toyota Auris 5-Türer 2,0l D-4D
Der kleine Wagen macht vom Start weg großen Eindruck. Der gute Rundumblick, der durch eine unten geteilte A-Säule noch verbessert wird, die exzellente Sitzposition, eine präzise und logische Schaltkiste, ein bemerkenswert klarer Überblick über Instrumente mit Navi und Stereo, alles klar und eindeutig angeordnet, alles erklärt sich von selbst, ein Blick ins umfangreich und gut beschriebene Handbuch ist überflüssig. Der Fahrer spürt: Ein Weltmeister von Morgen gehorcht hier auf Knopf- und Fußdruck – ja, der Auris, egal in welcher Motorisierung, wird als Modell Weltmeister-Geschichte schreiben; wie sein Vorgänger, der Corolla, mehr als 30 Millionen Mal verkauft und von seinen Besitzern heute noch gehütet wie ein Schatz.
Bei der Vorstellung der neuen Auris-Generation in Au in der Hallertau haben wir erste Eindrücke vom 1,33-Liter Benzinmotor mit Dual VVT-i und Start-Stop-Automatik gewinnen können (
Test lesen). Der kleine Motor befriedigt die großen Ansprüche an Alltagstauglichkeit für die lange Strecke nach unserem Dafürhalten nicht so ganz, ist als Stadtwagen aber eine sehr gute Wahl. Völlig anders ist das mit dem 2,0l D-4D – und erst recht in der Executive-Ausstattung. Da höre ich zum allerersten Mal bedauernde Worte sogar von meinem Kollegen Peter Haisenko, einem ausgebildeten Mechaniker, als die Rückgabe des Wagens nahe rückt: „Irgendwie schade, dass ich den Auris abgeben muss“, klagt der Mercedes-Benz-E-Klasse Fahrer aus Passion und läuft noch ein letztes Mal um „seinen“ Auris, streichelt hier ein bisschen, klopft mit anerkennendem Kopfnicken dort … keine Frage: Peter hat den Auris lieben gelernt; gerade er, der Freund des Luxus - und schon nach wenigen Tagen im Auris.
Mir geht es aber nicht anders: Wer bei Tempi bis zu 210 km/h, in einem Auto mit Dieselmotor bei leiser Klassischer Musik die Zeit vergessen und nach Stunden festgestellt hat, dass Köln und München ja doch nur einen Katzensprung entfernt sind, muss eben von einem wirklich GT-tauglichen Auto verwöhnt worden sein.
Der Auris kann das. In der Stadt ein Universalgenie, dank Rückfahrkamera kinderleicht in engste Parklücken zu stellen, trotzdem ein gemütlicher Salon, in dem sich 5 Personen auch mit jeder Menge Gepäck wohl fühlen, auf weiter Strecke ein Langläufer, der nie schlapp macht, an der Tankstelle ein Kumpel, der dir zuflüstert: „Trink du, ich brauch nicht mehr“, und sich mit deutlich unter 6 Litern Diesel selbst bei größter Beanspruchung zufrieden gibt. Ist doch toll, oder?
Wer so viel Qualität will, steigt auf den Auris um: Ob von BMW, Audi oder Mercedes
So überzeugend ist dieser Typ, dass meine Freundin Nicole, seit 20 Jahren 3er-BMW-Pilotin, die schon (fast) bestellte, neue Limousine aus Bayern verabschiedet und sich für einen Auris entschieden hat, ebenso wie ihre Tochter, die eigentlich den 1er BMW haben wollte; nachdem wir gemeinsam drei Tage über die Autobahnen des internationalen Dreiecks Berlin, Bonn, Brüssel geheizt sind, haben sich beide für den Auris von Toyota statt des Modelle aus München entschieden.
Rolf K. übrigens, ein Kollege aus Eichstätt und aus patriotischen Gründen bisher ein eingefleischter A3-Fahrer, hat ebenfalls Auris gewählt: Nachdem er mich um einen Vergleich gebeten hat, den ich nicht liefern konnte, weil ich den neuen A3 noch nicht gefahren bin, hat er selbst den Auris mit dem 2,2-Liter-Diesel Probe gefahren und geurteilt: Da hält Audi nicht mit.
Damit gehören allein in meinem Bekanntenkreis bereits drei bisherige Top-Piloten der Marken deutscher Hersteller in Zukunft zum Kreis stolzer Eigentümer des neuen Modells von Toyota. Die klassenlose Klasse aus dem Golf-Segment wächst weiter: Golf bleibt der klassenlose Sport. Nicht nur auf dem Court. Und so ist eine Vielzahl von Superreichen ebenso wie früh Verarmten mittlerweile auf dem Court wie im Kreis der Autobesitzer aus dem „Golf-Segment“ klassenlos.
Zum Herbst wird ein Vollhybrid-Auris angekündigt
Mit dem neuen Auris hat Toyota seinen kompakten Star in die Reihen der Wettbewerber – neu und ohne Handicape – integriert. Dabei hat der Auris den Vorteil, als Lehrmeister einen Weltmeister und als Bauherren Toyota, die Nummer 1 unter den Autogrößen, zu haben. Das wird selbst Volkswagen nicht ohne ein Tränchen im Auge seiner Verkäufer hinnehmen können.
Zum Herbst 2010 verspricht Toyota übrigens darüber hinaus mit dem Auris HSD als weltweit erster Hersteller ein klassisches Volumenmodell mit innovativer Vollhybrid-Antriebstechnik. Auf diese Wette wird sich nach dem Erfolg des Prius sicher eine weitere neue und ökologisch orientierte Autofahrergeneration einlassen. Der Auris ist damit das (bis dato) einzige Modell seiner Klasse, bei dem die Kunden zwischen Benzin-, Diesel- und Hybridantrieb wählen können.
Selbst für uns überraschend am flotten Japaner war während der ausgiebigen Testfahrten durch Eifel und Taunus, Thüringer Wald und Lüneburger Heide das erneute Plus an Qualität im Innenraum. Da steht ein geräumiger und überaus variabel nutzbarer Platz zur Verfügung, ausgestattet mit vielen praktischen Details: Die Mittelkonsole vorn, das Lenkrad mit zusätzlichen Bedienelementen, optimal ablesbare Instrumente und ein neu gestalteter Handbremshebel gehören dazu. Genug Platz gibt es vorn wie hinten für bis zu fünf Insassen; der Gesamtlänge von 4.245 Millimetern sei Dank. Der Auris des neuen Modelljahres ist 25 Millimeter länger als sein Vorgänger. Der Radstand von 2.600 Millimetern blieb gleich, der Überhang wuchs vorn um 15 auf 905 Millimeter und hinten um 10 auf 740 Millimeter. Und die neue Soft-Touch-Oberflächen an der Oberseite von Armaturen und Handschuhfach sorgen im Auris des Jahrgangs 2010 für einen Qualitätseindruck, der bleibt. Die 50 Millimeter höhere Ablage in der Mittelkonsole fungiert jetzt zugleich als Armlehne – das ist bequem, verhindert frühzeitiges Ermüden des Fahrers.
Täglich neue Überraschungen - und viel Luxus
Dass das lederbezogene Lenkrad für mehr Sitzkomfort unten abgeflacht ist, zeigt, dass Toyota auch in scheinbaren Kleinigkeiten nachdenkt. Wohl vor allem so eine Einstellung darf man mit Fug und Recht als das Geheimrezept des Erfolges bewerten. Integrierte Bedienelemente gestatten nicht nur die Betätigung des Audiosystems, ohne die Hände vom Lenkrad zu nehmen, was heute ja in vielen Autos zum Standard gehört, sondern nun auch die Bedienung der kabellosen Bluetooth-Freisprecheinrichtung und des Multi-Info-Displays. Die neuen Bedienelemente sind zudem ergonomisch günstiger angeordnet und griffiger.
Gut ablesbar sind die weiß hinterleuchteten Anzeigen des Kombinationsinstruments. Allein der Auris mit der Spitzenmotorisierung, der 2.2 D-CAT, zeichnet sich durch sportliche Anzeigen mit roten Zifferblättern sowie darauf abgestimmte orangefarbene Ziernähte an den Sitzbezügen aus.
Markant wirken die Projektionsleuchten für das Abblendlicht. Und um dem Auto insgesamt eine optisch breitere, geduckte Erscheinung zu spendieren, verbreiterten die Designer den unteren Kühllufteinlass, änderten die untere Partie des vorderen Stoßfängers samt Frontspoiler und versetzten die integrierten Nebelscheinwerfer nach außen.
Käufer können übrigens zwischen 16- und 17-Zoll-Rädern wählen und wer sich gern selbst beim Blinken zuschaut, dem gefallen gewiss die – auch sicherheitsrelevanten - seitlichen Blinker, die in die Außenspiegel integriert worden sind.
Ja, wir haben bis zum letzten Tag immer wieder Dinge entdeckt, die uns an unserem Auris ans Herz gewachsen sind: Dazu gehörte zum Beispiel auch der weit nach außen herumgezogene Stoßfänger, der so wuchtig wirkt. Wer genau hinschaut, sieht auch, woran das liegt: Eine Chromleiste über dem Kennzeichen führt das Auge harmonisch in der Horizontalen. Das moderne neue Rückleuchten-Design integriert zwei sportliche, ringförmige Elemente in die horizontalen Leuchtfelder.
Dass Fahrwerk und Lenkung neu abgestimmt worden sind, merkt man am Steuer nicht erst bei 190 km/h und mehr. Toyota hat sich zum Ziel gesetzt, die Fahrwerkscharakteristik vorrangig auf die Wünsche und Vorstellungen der europäischen Kunden auszurichten: Das Fahrverhalten des Auris ist geprägt von Stabilität bei hoher Geschwindigkeit, Zielgenauigkeit und herausragendem Fahrkomfort, was sich aber auch beim flotten Zirkeln um spitze Kehren auf den Landstraßen zwischen Köln, München und Berlin sehr positiv bemerkbar macht.
Ebenso wie die geschwindigkeitsabhängige elektrische Servolenkung EPS des Auris. Die ebenfalls überarbeitete Federung sorgt dabei für das Gefühl, die Straße jederzeit zu fühlen; der Fahrkomfort bei der Agilität oder in Kurven ist spürbar der eines Autos der Oberklasse.
Je nach Motorisierung stehen für den Auris zwei verschiedene Hinterachs-Konstruktionen zur Verfügung. Für das leistungsstarke Topmodell Auris 2.2 D-CAT hat Toyota eine kompakte Doppelquerlenker-Hinterachse konstruiert, die wir selbst bisher noch nicht testen konnten. Die anderen Auris Modelle haben eine kompakte Torsionslenker-Hinterachse.
Der Auris ist mit dem neuesten Bosch ABS 8.1 und ESP 8 ausgestattet, das die elektronische Bremskraftverteilung EBD, das elektronische Stabilitätsprogramm VSC sowie die Antriebsschlupfregelung TRC umfasst.
Die Ausführungen mit Benzinmotor sowie die Auris Modelle 1.4 D-4D und 2.0 D-4D verfügen vorn über innenbelüftete, 26 Millimeter starke Bremsscheiben mit 273 Millimetern Durchmesser. Beim 2.2 D-CAT kommen größere Scheiben mit 295 Millimetern Durchmesser zum Einsatz. Alle Ausführungen tragen hinten massive, zehn Millimeter starke Bremsscheiben mit 270 Millimetern Durchmesser.
Bei den Tests wird klar: Die Wahl zwischen zwei Benzin- und drei Dieselmotoren dürfte nicht leicht fallen. Alle Aggregate glänzen dank Toyota Optimal Drive mit kraftvollen Fahrleistungen und geringen Verbräuchen. Wenn im Herbst 2010 der Hybridantrieb eingeführt wird, komplettiert er die breiteste Motorenpalette des gesamten C-Segmentes. Neben den beiden von uns bisher getesteten Motoren, dem 1,33-Liter Benzinmotor mit Dual VVT-i und Start-Stop-Automatik sowie dem 2.0 D-4D gibt es:
Den Valvematic Benzinmotor. Der ist mit 1,6 Litern Hubraum schon deutlich stärker.
Den 1.4 D-4D. Der kompakte Dieselmotor leistet 90 PS und erreicht mit einem Maximalwert von 205 Nm zwischen 1.800 und 2.800/min ein Drehmoment auf dem Niveau hubraumstärkerer Dieselmotoren der 1,5-Liter-Klasse.
2.2 D-CAT. Mit einer Spitzenleistung von 177 PS und einem eindrucksvollen maximalen Drehmoment von 400 Nm zwischen 2.000 und 2.800/min geht der Auris 2.2 D-CAT ausgesprochen kraftvoll zu Werke. Dennoch liegt sein Verbrauch im Durchschnitt bei nur 5,9 Liter auf 100 Kilometer und die CO2-Emissionen betragen lediglich 154 g/km.
Sechsgang-MultiMode-Getriebe, Start-Stop-Automatik, Schaltanzeige mit Gangwechselempfehlung, Toyota Optimal Drive, Geringe Versicherungsbeiträge und Wartungskosten Neue Ausstattungsvarianten und Ausstattunspakete werden ihren Anteil am Erfolg des Auris haben.
Wir werden das Auto im Blick behalten und sicher noch so manches zu berichten haben.
Preise
Unser Testwagen, der Auris 5-Türer 2,0l D-4D in der Executive-Ausstattung, kostet 24.900 Euro. Extras kann man sich darin kaum noch vorstellen.
In der einfachsten Ausstattung und mit 1,33l-Motor kann man in den Auris übrigens bereits ab 16.650 Euro einsteigen.








































































































