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Öffnet internen Link im aktuellen FensterLibyen unterm Feuersturm; Ägypten und die Revolutionslügen; der arabische Krisenbogen und seine Hintergründe; der Fall Soros - von Ferdinand Kroh. Öffnet internen Link im aktuellen Fensterlesen

Öffnet internen Link im aktuellen FensterKosovo 2011, der jüngste Staat in Europa drei Jahre nach der Unabhängigkeit - Kommentare, Reportagen, Fotos - von Norbert Gisder. Öffnet internen Link im aktuellen Fensterlesen 

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Öffnet internen Link im aktuellen FensterDie Serie in GT

Öffnet internen Link im aktuellen FensterGrundsätzliche Überlegungen zur Produktivität von Arbeit und daraus entstehendem Wohlstand

 

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GT - das Magazin der Querdenker: Menschen, Organisationen, Firmen und Vereine, die sich an denkende Zeitgenossen wenden - und die vor allem etwas zu sagen haben - werden Öffnet internen Link im aktuellen Fensterhier miteinander vernetzt.

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Kreuzfahrtschiffe – Todesfallen im Paradies

Kommentar von Norbert Gisder, selbst Kapitän, Chefredakteur dieses Magazins
14.01.2012

 

Es geschah weder im ewigen Eis noch auf unbekannten Gewässern. Das Kreuzfahrtschiff „Costa Concordia“ lief in der Nacht von Freitag, 13. auf Samstag, 14. Januar „einfach so“ vor der toskanischen Küste auf einen Felsen. Einfach so? Tote und Verwundete, Chaos und Unprofessionalität bei der Rettung an allen Ecken und Enden inbegriffen? Muss man das wirklich hinnehmen?

Ich kenne die Insel Giglio mit ihrem kleinen Sportboothafen vor der Westküste der Apenninenhalbinsel: dort passiert nichts „einfach so“. Es ist ein Paradies, durch welches der schwimmende Sarg eines fast 250 Meter langen Kreuzfahrtgiganten geradezu kriminell-fahrlässig geführt worden sein muss; sonst kann ich mir ein Desaster wie dieses nicht vorstellen.

Und: Die 4.229 Passagiere und Mannschaften konnten – normalerweise – darauf vertrauen, dass auch der Kapitän und die Navigationsoffiziere auf der Fahrt von Civitaveccia entlang der Küste jeden Felsen auf ihren Seekarten zu lesen verstehen. Denn die Felsen zumindest sind nicht „einfach so“ und über Nacht dort.

In der Seefahrt ist eben nichts „normal“, könnte man jetzt sagen, und sicher finden die für solche Unfälle zuständigen Anwälte aller von heute an beschuldigten und wirklich oder vermeintlich schuldigen Seiten vor den Seegerichten auch wieder 1000 Gründe und Interpretationen der Seeschiffahrtsordnung, die zum Ziel haben, zu suggerieren, auch dieser Unfall sei ein „bedauerlicher Einzelfall“. 

Die See. Die Nacht. Der Felsen.

Vielleicht ist die Küste ja innerhalb weniger Stunden und urplötzlich unter den Rumpf des Kreuzfahrers gerutscht?

Einen Grund allerdings werden sie alle – wieder einmal und mit aller Sicherheit – nicht à fond diskutieren: die Arroganz von Kapitänen und Reedern, die jedes der zahllosen Schiffsunglücke der vergangenen Jahrzehnte seit dem Untergang der „Titanic“ als genau einen solchen, bedauerlichen Einzelfall qualifizieren und sagen „so etwas“ könne ihnen nicht passieren. Eben darin liegt die Ursache dafür, dass solche Katastrophen passieren. Sie sind sozusagen systemimmanent.

Heißt: Genau das Schicksal der „Costa Concordia“ kann nicht nur, es wird immer und immer wieder auch andere Reedereien und Kapitäne ereilen! Und gerade die vermeintlich besten zuerst.

Bei allen zur Zeit die Weltmeere bereedernden Gesellschaften habe ich auf Granit gebissen, wenn ich – als Fachmann, als Journalist und Kapitän - anfragte, ob ich eine Reise unter dem Aspekt der Sicherheit begleiten und alle möglichen Umstände und Sicherheitsvorkehrungen untersuchen könnte. Ein Besuch auf den Brücken der von mir begleiteten Fähren, Handelsschiffe und Kreuzfahrtgiganten wurde mit (un-)schöner Regelmäßigkeit abgeschlagen. Als Grund wurden – zynischerweise – oft genau die Sicherheitsvorschriften genannt. 

Bei den Bildern der „Costa Concordia“ fällt mir nicht nur die Ablehnung von Scandlines ein, mich auf die Brücke einer ihrer Fähren zu lassen, nicht nur der beklagenswerte Zustand der MS Vistamar 2008 auf Mykonos mit Fahrtziel Athen. Ich denke nicht nur an die estnische Fähre „Estonia“ vor der Küste Finnlands im September 1994 oder das Feuer an Bord der Achille Lauro vor Somalia nur zwei Monate später. Ich könnte an dieser Stelle Hunderte von Beinahe- oder tatsächlichen Katastrophen auflisten, die – nicht kriegsbedingt – durch Fahrlässigkeit, vielleicht sogar durch kriminelle Unachtsamkeit Leben gekostet oder beschädigt haben.

Wenn ich selbst an Bord von Schiffen nach Sicherheitsvorkehrungen gefragt habe, wurde ich mit einer besonders impertinenten Form der Arroganz bedacht: Einem mildtätig-verständnisvollen Lächeln der Verantwortlichen, die sagten, „aber Herr Gisder, Sie werden doch nicht Angst haben – doch nicht auf unserem Schiff.“ Ich wurde dann auf die für Touristen üblichen Schiffsbesichtigungen verwiesen, für die immer alles schöngeredet und plattgebügelt so dargestellt wird, als wenn „heutzutage so etwas“ nicht mehr passieren könne.

Allen diesen Versagern gebe ich heute die Schuld auch an den Toten auf dem italienischen Kreuzfahrer!

Ohne die Arroganz der Macht von Ingenieuren, Reedern und Kapitänen würde so mancher im Paradies grausam ums Leben gekommene Seetourist heute noch leben: Zigtausende sind es, die tot sind, weil die Versager sagten: „… aber Herrschaften, Sie werden doch nicht Angst haben – doch nicht auf unserem Schiff.“

Doch liebe Leser, gerade bei solchen selbsternannten Experten sollten Sie Angst haben. Denn wer den Respekt vor der See und ihrer Kraft verliert, weil er denkt, schiere Größe der Schiffe und die Perfektion der Technik – tatsächlich nirgendwo erreicht – würden Katastrophen verhindern, ist in diesem Moment der Absenz von Achtung schon ein potenzieller Mörder seiner potenziellen Opfer.

Seemannschaft heißt: Spaß und Sicherheit. Beides zugleich geht nur bei angemessenem Respekt vor dem Medium, in und auf dem das Schiff fährt.

GT-Lesern empfehlen wir, nur auf Schiffen zu fahren, die von GT-Journalisten gründlich – und eben auch auf ihre Sicherheitsvorkehrungen - getestet worden sind.

 

Mehr über den Kurs des Schiffes zeigt die Seite "Nachrichten in Landkarten"

http://nachrichtenlandkarten.blogspot.com/2012/01/marinetraffic-zeigt-das-costa-concordia.html

Öffnet externen Link in neuem FensterListenweise Schiffsunfälle benennt unter anderem Wikipedia hier


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Zusammenfassung der Seite:

Grand Tourisme - Worldwide

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