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Moderation: Öffnet internen Link im aktuellen FensterRena Larf.



 

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Öffnet internen Link im aktuellen FensterLibyen unterm Feuersturm; Ägypten und die Revolutionslügen; der arabische Krisenbogen und seine Hintergründe; der Fall Soros - von Ferdinand Kroh. Öffnet internen Link im aktuellen Fensterlesen

Öffnet internen Link im aktuellen FensterKosovo 2011, der jüngste Staat in Europa drei Jahre nach der Unabhängigkeit - Kommentare, Reportagen, Fotos - von Norbert Gisder. Öffnet internen Link im aktuellen Fensterlesen 

Öffnet internen Link im aktuellen FensterChina Magazin in GT - alles über die Menschen, das Land, Kultur, Essen und Trinken, Politik, Wirtschaft. Und zwar so, wie ein Mensch forscht, der ein Land kennenlernen will. Öffnet internen Link im aktuellen Fensterlesen

Öffnet internen Link im aktuellen FensterDie Serie in GT

Öffnet internen Link im aktuellen FensterGrundsätzliche Überlegungen zur Produktivität von Arbeit und daraus entstehendem Wohlstand

 

Wer ein Boot auf dem Hänger transportiert, braucht eine zuverlässige Zugmaschine. Doch welche? Öffnet internen Link im aktuellen FensterSerie in GT

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GT - das Magazin der Querdenker: Menschen, Organisationen, Firmen und Vereine, die sich an denkende Zeitgenossen wenden - und die vor allem etwas zu sagen haben - werden Öffnet internen Link im aktuellen Fensterhier miteinander vernetzt.

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Französische Novelle: Pariser Tage

Von Rena Larf
17.09.2010

Es ist Abend geworden.

Ich habe so lange gezeichnet, bis ich das Licht anmachen musste.

Es wird jetzt immer später dunkel. Schon ist es wieder elf.

Schwere, träge Schwüle hängt im Raum. Wir haben Vollmond.

Ich habe das Klingeln an der Tür kaum bemerkt. Wenn ich arbeite versinke ich in mir, trotz Autolärm vom Boulevard und dem Saxophonspiel meines Nachbarn über mir.

Ich stehe auf, streiche mein viel zu großes, dünnes Baumwollhemd an meinen Hüften glatt. Im Vorbeigehen trinke ich einen Schluck Weißwein aus dem Glas, das zwischen meinen Entwürfen auf dem Tisch steht. Wer jetzt etwas von mir will, muss einen guten Grund für diese Unterbrechung vorweisen, denn die Auftragsarbeit muss bis morgen fertig sein.

Es klingelt noch einmal an der Wohnungstüre. Ich rutsche mit meinen nackten Füßen über das Parkett nach vorne, schaue durch den Spion und schrecke zurück.

Du bist es!

Deine blauen Augen sind direkt ganz nah vor mir. Ich presse die Finger an meine Lippen und gebiete mir selbst Schweigen. Für einen Moment schließe ich die Augen. Meine Gedanken schweifen ab zu der Zeit, als ich dir das erste Mal begegnet bin.

Ich trug ein Rosenkleid und Ballerinas.

Es war Frühling…

Du sitzt auf einer Bank im Jardin des Tuileries. Deine Beine ziert ein Zeichenblock.

Die ersten Frühlingssonnenstrahlen haben dich hierher verschlagen, nachdem du an der Universität eine Vorlesung geschwänzt hast. Wenn du mit dem Kohlestift über das Papier schraffierst sind deine weich geformten Lippen ständig in Bewegung. Überall im Garten blühen Tulpenfelder und betören den Besucher mit ihrer Pracht in bunten Bonbonfarben. Dies ist aber nichts gegen die unglaubliche Modellierung deines männlichen Gesichtes. Wunderbar rebellisch wirkt die kleine Falte über deiner Nase, in die ich mich später immer wieder gerne mit meinem Kinn vergrabe.

Ein dichter Schauer mit dicken Regentropfen setzt ein.

Ich folge dir…

 

Dösend in der Erinnerung bemerke ich, dass sich hinter der Tür etwas regt, sich leise Schritte zögerlich entfernen wollen. Ich habe bereits die Hand auf der Klinke, bremse mich und drücke sie dann doch kräftig hinunter.

Ich schaue dich an.

Es ist so lange her.

Bist du der Richtige, dem ich erzählen kann, wie Jean sich zu einem Schwein entwickelte, mich betrog mit seinen Modellen, wir uns unentwegt nur noch stritten?

Aber du konntest schon immer gut zuhören. Ich habe dich so verletzt, deine Liebe für mich damals mit Füßen getreten als ich dich für ihn verließ. Mein Blick fällt auf das Bett, wo wir uns liebten. Dort hast du gelegen, als ich die ersten Akte von dir zeichnete.

Ich war noch erschöpft vom Liebesspiel, in mir spürend ein riesengroßes Feuerwerk des Glücks.

Waren es nicht die schönsten Bilder, die je von dir gezeichnet wurden?

 

Ich liebte alles an dir: deinen Duft, ein herbes Männerparfüm bestehend aus Citrus und einem Hauch von Rosen. Ein guter Duft, interessant und verführerisch.

Ich liebte deinen Körper wie er im Mondschein glänzte, deine Stimme, dein Lachen, deinen Mund. Und eben dieses zeichnete ich, brachte dieses Gefühl für dich aufs Papier. Mal nur mit Kohle, dann mit Farbe, deinen vor Kraft geschwellten Körper mit dem Pinsel liebkosend.

Mein Blick wandert von deinen Augen zum Sternenhimmel van Goghs, zu den Wirbeln in denen wir uns liebten in unserer Zeit im Himmelblau.

„Du hast dich verändert, bist dünn geworden.“

Ich schaue dich an, dieses faszinierende Gesicht entlang. Deine männlich herben Züge wirken jetzt mit dem gestählten Kinn noch intensiver.

„Ich hatte keine so tolle Zeit… nach uns...“

„Ich weiß.“ Beschämt senke ich den Kopf. Es ist Schuld in mir. Wahrheit ist manchmal hartnäckig, genau wie Dreck. Und dreckig hatte ich mich gefühlt, als ich dich für Jean verließ.

Ich folge mit meinem Blick deiner Halskontur, an der ein leichter Schweißfilm klebt. Ich verspüre den Wunsch in mir, dich nackt zu sehen in dieser Schwüle, dich zu zeichnen, so wie damals, als die Luft um uns herum brannte und dein Liebesschweiß das Wasser für meine Farben war.

„Wo wohnst du jetzt?“

„Boulevard Montparnasse, in einer kleinen Wohnung mit Atelier.“

Ich muss leise lächeln. Es war schon immer deine Gegend gewesen, die Frage erübrigte sich fast. Du warst noch immer auf den Spuren von Modigliani und Henri Matisse, schießt es mir in den Sinn. Wie oft haben wir Liebenden uns mitten auf dem Boulevard geküsst. Verrückte im Mondschein, süchtig nach den ganz großen Gefühlen. Das ist Paris. Autofahrer lächelten und umfuhren uns.

Pariser verstehen das.

Du schaust mich lächelnd an, mit diesem unwiderstehlichen Blick. Damals hast du so von meinen Oberschenkeln zu mir hoch geschaut, die Zigarette lasch in deinen Mundwinkeln hängend, lauschend meinen Worten. Eine rote Rose neckisch hinterm Ohr. Du hast dein Gesicht in meine Scham versenkt.

Oh, Gott! Wie hab ich dich vermisst!

 

„Ich liebe Dich bis zum Himmel!“, flüsterst du jetzt heiser und küsst mich leidenschaftlich.

Ich will nicht weinen, nein. Nicht jetzt, nein!

Aber du bringst einen Damm in mir zum brechen, beschwörst Erinnerungen an Liebkosungen.

Damals weinte der Himmel Freudentränen, spürte ich diese wunderbare Kraft der Liebe, jene perlende Kraft, mit der du meinen Schoß beschenkt hast.

Aber jetzt fließen Tränen über meine Wangen. Meine Tränen weinen. Erinnerungen sind wie die Statuen auf den Gräbern vom Père Lachaise. Wie oft haben wir uns dort verabredet, das Grab von Honoré de Balzac besucht, uns in klaren schönen Mondnächten dort getroffen und geliebt, wie so viele andere Liebespärchen hoch über Paris. Gepudert mit Blütenstaub hast du meinen Körper.

Jetzt besiegst du mich mit dieser Erinnerung, setzt einen Grabstein auf mein wundes Herz und sagst mir gleichzeitig, dass du mich liebst.

Ich schaue dich an, mit großen Augen. Unsere Lippen lösen sich in einem sprudelnden Speichelmeer von einander.

„Meine Rose“ , sagst du beschwörend,“ Ich will dich nicht besiegen!“

Mir kommt es vor, dass du in meinen Gedanken liest. Ich fühle mich nackt, schutzlos.

„Bitte, glaube mir, ich will dich nicht besiegen mit den Erinnerungen an unsere Zeit. Ich bin längst in deiner Hand.“

Du gleitest zu meinen Füßen, das dünne Baumwollhemd geht mir nur bis über die Knie. Du streichelst an meinem nackten Schienbein entlang, endest an meinen Füßen, ohne den Blick von meinem Gesicht abzuwenden. Legst deine Wange auf mein Knie, lächelst, schmiegst dich an mich. Du ertränkst mich mit dem Blau deiner Augen.

Ich erinnere mich...

 

Ein blendend heller Sommertag, kurz bevor wir uns wegen Jean getrennt haben. Du sitzt auf unserer Bank und wartest auf mich. Ich komme den Weg entlang, ein luftiges Sommerkleid umspielt meine Kniekehlen, rosenbunt und hauchzart, so wie du Kleider an mir liebst.

Und dein Augenblau holt mich ab. Lange bevor ich dich erreiche, verfolgst du jeden meiner Schritte, ihren fortlaufenden Wechsel, die Zielstrebigkeit meiner Bewegung, die mich zu dir zieht.

Du stehst auf, legst die freie Hand auf meine Hüfte, ziehst mich zu dir, küsst mich mit dem roten Feuer deiner Lippen, weich und geschmeidig, von unendlicher wilder Zärtlichkeit...

 

 

Und nun weilt dieses Gesicht wieder an meinem Knie. Deine Augen verraten es: du liebst mich. Hast es immer getan, selbst als ich dir Dornen in dein Herz gerammt habe.

Du bist zurückgekehrt zu mir.

Ich liebe den seidigen Glanz deines dunklen, welligen Haares, muss meine Finger in diesen Wellen vergraben. Das Licht in deinen Augen flackert, deine Hand zittert leise.

Es ist so leicht dich zu fühlen, zu berühren. Nicht mehr loszulassen.

Ich beuge mich zu dir hinab, tauche ein in deine Augen, in die Sucht nach deinem rosenroten Mund.

„Werden wir jemals wieder fliegen können?“, frage ich dich leise.

„Ja, das werden wir...,“ sagst du.

 


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Zusammenfassung der Seite:

Grand Tourisme - Worldwide

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