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Moderation: Öffnet internen Link im aktuellen FensterRena Larf.



 

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Öffnet internen Link im aktuellen FensterLibyen unterm Feuersturm; Ägypten und die Revolutionslügen; der arabische Krisenbogen und seine Hintergründe; der Fall Soros - von Ferdinand Kroh. Öffnet internen Link im aktuellen Fensterlesen

Öffnet internen Link im aktuellen FensterKosovo 2011, der jüngste Staat in Europa drei Jahre nach der Unabhängigkeit - Kommentare, Reportagen, Fotos - von Norbert Gisder. Öffnet internen Link im aktuellen Fensterlesen 

Öffnet internen Link im aktuellen FensterChina Magazin in GT - alles über die Menschen, das Land, Kultur, Essen und Trinken, Politik, Wirtschaft. Und zwar so, wie ein Mensch forscht, der ein Land kennenlernen will. Öffnet internen Link im aktuellen Fensterlesen

Öffnet internen Link im aktuellen FensterDie Serie in GT

Öffnet internen Link im aktuellen FensterGrundsätzliche Überlegungen zur Produktivität von Arbeit und daraus entstehendem Wohlstand

 

Wer ein Boot auf dem Hänger transportiert, braucht eine zuverlässige Zugmaschine. Doch welche? Öffnet internen Link im aktuellen FensterSerie in GT

Mit Kuhnle-Tours sind Sie europaweit unterwegs. Öffnet internen Link im aktuellen Fensterlesen

GT - das Magazin der Querdenker: Menschen, Organisationen, Firmen und Vereine, die sich an denkende Zeitgenossen wenden - und die vor allem etwas zu sagen haben - werden Öffnet internen Link im aktuellen Fensterhier miteinander vernetzt.

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Öffnet internen Link im aktuellen FensterSüdtirol - Wandern. Immer.

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Bilder und mehr:

Öffnet internen Link im aktuellen Fenster2009    Öffnet internen Link im aktuellen Fenster2010  Öffnet internen Link im aktuellen Fenster2011

 

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Mehr im Öffnet internen Link im aktuellen FensterRessort Bücher in GT

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„Ay chica, es ist nicht leicht, es ist wahrlich nicht leicht", murmelt Luisa (Name geändert), humpelt in den Patio und greift nach dem Hühnerfutter. Aber, was haben die Revolutionäre uns gelehrt? Kämpfen musst Du! Immer weiter kämpfen. Hasta la victoria. Siempre.

Ein dunstiger Morgen ist es, Santiago erwacht aus dem Schlaf, die tropische Sonne kriecht über die Mauer. Lastwagen rumpeln über die Quinta Avenida, auf den Ladeflächen drängeln sich die Leute. Alte Damen sitzen auf den Treppen der verfallenen Kolonialhäuser in Santiago de Cuba und klönen mit Nachbarn. Gemüsehändler beladen derweil ihre Eselskarren mit Tomaten.

Luisa ist eine kleine Frau, rundlich ist sie, die geschwollenen Füße stecken in verschlissenen Turnschuhen. Ihr einstmals langes schwarzes Haar steht nun in kurzen borstigen Locken vom Kopf ab. Luisa ist 69 Jahre alt. 18 Jahre war sie, als die Revolution das Land in eine der letzten bestehenden sozialistischen Volkswirtschaften verwandelte. Die alte Dame war eine Revolutionärin der ersten Stunde und ist noch heute eine glühende Verehrerin der Castrobrüder.

Etwa 11 Millionen Menschen leben derzeit auf Kuba, davon über zwei Millionen in der Hauptstadt Havanna und etwa 400.000 in Santiago, der zweitgrößten Stadt ganz im Süden des Landes. Tropische Temperaturen, üppige Vegetation – weite Landstriche des Archipels sind noch unberührt, holprige Straßen führen durch die Wildnis – dem Reisenden stockt oftmals der Atem, wenn das Auge weit und breit nur auf dunkelgrün leuchtende Palmwedel und Zuckerrohr trifft. Der Umriss der Insel mutet auf der Landkarte an wie die Form eines Alligators - lang gestreckt und leicht gekrümmt liegt das Eiland im Ozean. Nur ein 140 Kilometer breiter Streifen Wasser trennt Kuba vom amerikanischen Key West. Zwischen diesen 140 Kilometer liegen politische Welten.

Am ersten Januar 1959 stürzten die kubanischen Revolutionäre den verhassten Diktator Batista und errichteten einen sozialistisch ausgerichteten Staat. Die westlichen Staaten reagierten fortan mit Embargopolitik. Politische und wirtschaftliche Unterstützung fanden die Revolutionäre bei den sozialistischen Staaten Osteuropas und der damaligen Sowjetunion.

Mit dem Zusammenbruch des Ostblocks in den 90er Jahren standen die Kubaner innerhalb kürzester Zeit mit dem Rücken zur Wand. Vom Westen boykottiert und isoliert, vom Osten verlassen – der Auftakt einer fulminanten Wirtschaftskrise. Der Außenhandel brach ein, fast die gesamte Industrie kam wegen Ölmangels zum Erliegen, das Transportwesen stand still, Nahrungsmittel wurden rationiert. Auf der Insel herrschten Hunger und Unterernährung. „Ay chica“, seufzt Luisa wieder. „Baumrinde haben wir gegessen. Wir hatten keinen Strom, konnten nicht kochen, abends gab es kein Licht. Aber der Hunger, das war am schlimmsten“

Die desolate Lage zwang die Regierung zu marktwirtschaftlichen Reformen. Erstmalig wurden Familien- und Einpersonenbetriebe zugelassen, Bauern durften einen Teil ihrer produzierten Waren selbst verkaufen und das Land öffnete sich dem Tourismus.

Seit nun mehr 4 Jahren betreibt Luisa eine Casa particular - eine private Pension - in Santiago de Cuba. Touristen bewohnen ein kleines Zimmer in Ihrem Haus. Sie teilt mit Ihnen die Mahlzeiten, liest aus der Parteizeitung vor und hört Geschichten aus Ländern, die sie niemals bereisen können wird. Luisa ist eine leidenschaftliche Verfechterin des sozialistischen Systems und sie gibt sich keine Mühe, ihre Verachtung für den Kapitalismus zu verhehlen. Daneben besitzt sie jedoch auch eins: Einen untrüglichen Geschäftssinn. Was absurd klingt, beschreibt die neue Widersprüchlichkeit des kubanischen Alltags: Die kubanische Wirklichkeit ist eine merkwürdige Grauzone zwischen offiziell existierendem Sozialismus und real existierender Marktwirtschaft.

Auf Kuba gibt es zwei Währungen: Kubaner werden für ihre Arbeit vom Staat in  "Peso Nacional" entlohnt und können damit in staatlichen Läden einkaufen. Nur sind die Regale da meist leer. Daneben existiert die an den Dollar gekoppelte Devisenwährung, der ursprünglich für Touristen vorgesehene Peso Convertible. Auf der Insel lassen sich viele Waren inzwischen nur noch gegen Peso Convertible erstehen - allerdings zu europäischen Preisen, die sich ein Cubaner nicht im Traum leisten könnte. Genauso verhält es sich mit dem Zugang zu unabhängigen Informationen: Eine Stunde Internet kostet etwa sechs Convertibles - was einem halben kubanischen Monatslohn entspricht. Um über die Runden zu kommen und nach Möglichkeit ein paar Devisen dazuzuverdienen, übt fast jeder Kubaner einen illegalen Nebenjob auf dem Schwarzmarkt, der bolsa negra, aus. Der Arzt frittiert nach der Schicht am Straßenrand Kroketten, der Professor verkauft heimlich Badelatschen. Wahrscheinlich kommen die Kubaner in der Illegalität dem sozialistischen Ideal am nächsten – auf dem Schwarzmarkt sind alle gleich. Eine andere Möglichkeit zum Zuverdienst bietet der Betrieb einer Casa Particular.

Das Gartentor knarzt. Luisas Enkel tritt in den Hof, lässt sich auf einen Schaukelstuhl im Schatten fallen und wischt sich den Schweiß von der Stirn. 25 Jahre alt ist Alberto (Name geändert) jetzt, er hat Musik studiert und als bester seines Jahrgangs das Studium abgeschlossen. An der benachbarten Schule erteilt er Jugendlichen während der Morgenstunden Musikunterricht und kommt so auf den kubanischen Durchschnittslohn: 18 Dollar im Monat. Im Moment tut Alberto jedoch vornehmlich eins: Er langweilt sich. Von seinem kargen Verdienst kann er es sich nicht leisten auszugehen oder fremde Orte auf Kuba zu besuchen. Anderes erscheint ihm schlicht nicht sinnvoll: Warum eine fremde Sprache lernen, wenn er sowieso niemals ins Ausland reisen kann? Warum die von der Regierung  genehmigten Bücher lesen, die keine neuen Welten öffnen? Alberto glaubt nicht an Änderungen im politischen System. Er würde auch niemals dafür kämpfen wollen. Schon allein dem Familienfrieden zuliebe nicht. Hinten im Hof hört man Luisa nach Alberto rufen. Heute reisen neue Gäste an, er soll ihr helfen, die Betten frisch zu beziehen. Alberto erwacht aus seiner Lethargie und schlurft nach hinten.  Anreisetage sind seine liebsten Tage. Manchmal bringen Touristen Dinge mit, nach denen er sich förmlich sehnt. Eine Autozeitung zum Beispiel.

Was ist aus der kubanischen Revolution geworden, wohin treibt die Insel?

Luisa sagt dazu resolut: Wir leben für den Sozialismus! Alberto wird später hinter vorgehaltener Hand murmeln: Wir sind ein Stück von der Welt vergessenes Treibgut im Meer. Die vorgehaltene Hand ist noch immer ein wichtiges Accessoire für Kubaner. Denn der Buena Vista Social Club trägt durchaus die Züge einer klassischen Diktatur. Auf der Insel besteht kein Recht auf Meinungsfreiheit. Presse, Vereinigungs - und Versammlungsfreiheit werden massivst beschnitten, Menschenrechtvereinigungen sind verboten, unabhängige Gerichte gibt es nicht. Amnesty international dokumentiert noch immer zahlreiche Fälle politisch motivierter Festnahmen und Misshandlungen. Schätzungen zufolge wurden seit der Machtergreifung der Revolutionäre 16.000 Menschen auf Kuba hingerichtet und etwa100.000 inhaftiert. Unerlaubtes Verlassen des Landes wird als Straftat verfolgt. Eine reguläre Ausreise, egal ob zum Zwecke der Reise oder Auswanderung, ist nur nach einem aufwändigen Genehmigungsverfahren möglich und wird meist abschlägig beschieden. Etwa 15 Prozent der kubanischen Bevölkerung sind in den letzten 50 Jahren von der Insel geflohen. Etwa 30.000 bezahlten die Flucht mit dem Leben. 

Warum also sollte man noch für den Sozialismus leben wollen? Luisa erscheint nicht gerade naiv. Und auch nicht sentimental. In vielen Bereichen steht der sozialistische Inselstaat heute besser da als viele seiner kapitalistischen südamerikanischen Nachbarn. Das kostenlose Bildungssystem gilt als exzellent. Die Einschulungsquote liegt bei 100 Prozent, die Analphabetenrate tendiert gegen null. Laut Unesco gehört Kuba zu den hochentwickelten Ländern der Welt im Bildungsbereich. Und auch die medizinische Versorgung ist trotz zum Teil katastrophaler Zustände in Krankenhäusern allumfassend und kostenlos vorhanden. Und das schlägt sich auch in der Statistik nieder: Die Säuglingssterblichkeit ist eine der niedrigsten und die Lebenserwartung eine der höchsten auf dem gesamten amerikanischen Kontinent. Und auch wenn die kostenlosen Lebensmittelrationen karg sein mögen - verhungern tut auf der Insel niemand. „Wer zählt die Toten der kapitalistischen Regime, die die verhungern, die die keine Gesundheitsleistungen bezahlen können, die die keinen Zugang zu Bildung haben?“ faucht Luisa.

 Und trotzdem – wer über die Insel reist kann sich nicht dem Eindruck der allumfassenden Unzufriedenheit erwehren. Auf Kuba tut sich eine Schere auf. Die sozialistischen Ideale scheinen zu bröckeln wie der marode Putz der Kolonialvillen an der Quinta Avenida. Wo vorher noch alle arm waren können sich heute einige dank Devisen Designerkleidung leisten während andere ohne Schuhe dastehen. Ärzte gehen nicht mehr zur Arbeit in die Krankenhäuser, weil sie damit vom Devisenverdienst ausgeschlossen werden. Lehrer gehen nicht mehr zur Schule, sondern arbeiten lieber im Tourismussektor, weil allein das Trinkgeld ein vielfaches eines kubanischen Gehalts beträgt. Inoffiziell werden die neu entstandenen wirtschaftlichen Disparitäten auf Kuba längst als ökonomische Apartheid bezeichnet.

Ich laufe mit Alberto die staubige Avenida entlang, immer weiter, weiter, bis wir sein zu Hause erreichen. Albertos zu Hause scheint dem Ostblock der 60er Jahre entsprungen. Eine graue Plattenbausiedlung, für die das Wort marode ein gar freundliches Attribut wäre. Kinder toben zwischen Rinnsalen schmutzigen Wassers, Hunde schnüffeln nach Essbarem. Strom, Wasser, Telefon- davon kann Albertos Familie nur träumen. Im Treppenhaus ist es stockduster, um nicht 4 Stockwerke hinabzustürzen hält man sich dicht an der Wand und zählt die Schritte auf dem ausgetretenen Betonstufen. Vor der Siedlung parkt ein Tankwagen. Fließendes Wasser gibt es hier nicht, wer kochen oder duschen möchte muss sich mit einem Eimer anstellen. Dann packt irgendjemand seine Gitarre aus und die wartende Schlange verwandelt sich binnen Sekunden in eine singende Polonaise. Auch das ist Kuba. „Das hier ist so absurd“ Alberto lächelt gequält und zeigt mit dem Finger um sich. „Willkommen in der sozialistischen Marktwirtschaft“

“Ay chica” sagt Luisa dazu.  „No es fácil. La vida es una lucha - Todos tienen hambre pero nadie se muere del hambre.” - „Es ist nicht leicht. Das Leben ist ein Kampf. Alle haben Hunger aber niemand stirbt daran." Alberto gähnt. Und schweigt.

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Zusammenfassung der Seite:

Grand Tourisme - Worldwide

Luisa, Alberto, Insel, Kubaner, Santiago, Revolutionäre, Marktwirtschaft, Jahre, Touristen, Hunger, Wasser, Jahren, Sozialismus, Avenida, Welten, Staat, Staaten, Prozent, Leben, Hause, Menschen, Landes, Albertos, Kilometer, Schule, Willkommen, Arbeit, Millionen, Dollar, Convertible, Möglichkeit, Ländern, Strom, Regierung, Devisen, Zugang, Schwarzmarkt, Quinta, Nachbarn, Stunde, Revolution, Misshandlungen, Festnahmen, Schätzungen, Machtergreifung, Unerlaubtes, Fälle, Presse, Versammlungsfreiheit, Gerichte, Vereinigungs, Verlassen, Amnesty, Menschenrechtvereinigungen, Ausreise, Hühnerfutter, Flucht, Bereichen, Inselstaat, Einschulungsquote, Bildungssystem, Bevölkerung, Kämpfen, Zwecke, Meinungsfreiheit, Reise, Auswanderung, Genehmigungsverfahren, Straftat, Diktatur, Ausland, Sprache, Bücher, System, Gäste, Familienfrieden, Verdienst, Moment, Jugendlichen, Hasta, Morgenstunden, Musikunterricht, Monat, Durchschnittslohn, Betten, Lethargie, Buena, Accessoire, Vista, Social, Analphabetenrate, Züge, Treibgut, Stück, Manchmal, Anreisetage, Dinge, Autozeitung, Beispiel, Recht