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Piraten ausweichen

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Wegen der Piraterie vor Somalia segeln Judith und Soenke Roever ums Kap der Guten Hoffnung statt durch den Suezkanal zurück nach Europa.
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Dyne - ein Künstlerleben
Der Bursche ist 32, sieht aus wie 22 und ist verspielt wie andere mit 12: Dyne ist dabei ein Künstler von Rang. Der Mann, der Berlin bei so manchem internationalen Event schon bestens vertrat, hat auch bei den offiziellen Feiern zum Fall der Berliner Mauer natürlich einen Stein ins Stürzen gebracht - seinen persönlichen Mauer-"Stein". Lesen Sie
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Husum - ein Reisebericht
Husum - die graue Stadt am Meer. So beschrieb einst Theodor Storm seine Heimatstadt. Ganz und gar nichts ist hier grau. Bunt und voller Leben begegnet uns diese Stadt.
Am Vormittag bummeln wir über den Marktplatz, der voll gepackt ist mit Obst- und Gemüseständen, die Blumenstände ein buntes Blütenmeer, etlichen Käseständen und natürlich Fischständen und vieles mehr. Ein Krabbenbrötchen auf die Faust sollte man sich nicht entgehen lassen. Erdbeeren aus der Region können wir auch nicht stehen lassen.
Mitten auf dem Marktplatz, vor der Marienkirche, steht Husums Wahrzeichen, die „Tine“. Die Bronzestatue einer jungen Halligfriesin. Nach einem ausgiebigen Bummel durch das bunte Treiben dieser „grauen Stadt“, geht’s zurück in unser Feriendomizil in den Luftkurort Schobüll. Hier haben wir ein kleines Häuschen gemietet (55 qm, 47 Euro pro Tag), mit wirklich allem bestückt, was man im täglichen Leben braucht und mit einer großzügigen Terrasse und einem Garten.
Hinter unserem Häuschen liegt ein Hochbeet mit frischem Salat und Kräutern, aus dem wir uns jederzeit bedienen können. Ein idyllisches Örtchen, hier kann man sich erholen. Nur das Summen der Bienen und Vogelgezwitscher ist zu hören und ab und zu die Fütterungslaute aus der Fischreiherkolonie, die im 100 Meter entfernten Wald brüten. Schobüll liegt etwa vier Kilometer von Husum entfernt, gehört aber seit 2007 zu Husum. Auch ist Schobüll der einzige Ort ohne Deich an der gesamten Nordfrieslandküste, weil es auf einem 31 m hohen Berg liegt.
Das imposante „Kirchlein am Meer“ ist sehenswert. Gleich gegenüber der Kirche, auf der anderen Straßenseite, befindet sich das Freibad. Mit 3 Euro Eintritt ist es wirklich nicht zu teuer, nur leider an heißen Tagen überfüllt. Der Minigolf-Platz im Wald ist von 14 - 20 Uhr geöffnet. Über eine „Seebrücke“, die vor dem Campingplatz liegt, kommt man direkt ins Meer. Eine Treppe am anderen Ende der Seebrücke führt ins Wasser oder, wenn Ebbe ist, ins Watt. Sieht man viele Leute zusammen im Watt stehen, ist es garantiert eine der beliebten Wattwanderungen.
Neben der Treppe gibt es eine Dusche. Dennoch - den Schlamm wieder von den Füßen zu bekommen, ist wahrlich nicht einfach. Fast am Ende von Schobüll, in Richtung der Halbinsel Nordstrand, gibt es noch eine kleine, von Schilf und Gras versteckte, enge, sehr lange Seebrücke. Diese wird meist von den Schobüllern benutzt, die sich im Meer erfrischen.
Ich habe es vorgezogen, mit dem Rad (Räder kann man hier mieten), am Deich entlang zu radeln, um im sechs Kilometer entfernten „Dockkoog“ zu baden.Eine idyllische Fahrt entlang der Salzwiesen zur rechten Seite und die herrlich frisch duftenden, abgemähten Felder und Wiesen zu linken Seite. Umgeben von unzähligen Schafen, die einem schon mal über den Weg laufen (ich bremse auch für Schafe) oder die sich, vor der Sonne schützend, direkt vor die die Parzellen abgrenzenden Tore stellen. Diese Tore haben mich fasziniert. Sie liegen schräg in den Scharnieren, damit sie nach dem Öffnen von allein wieder ins Schloss fallen - und die Schafe auf den ihnen zugeteilten Wiesen bleiben.
Komischerweise stören mich die Schafsköttel überhaupt nicht, die umfahre ich im Slalom. Da stören mich zuhause beim Joggen die Hundehinterlassenschaften erheblich mehr. Dockkoog ist die Badestelle in Husum, die bei Flut gut besucht ist. Es führen an vier Stellen Treppen direkt ins Wasser, bei Flut versteht sich.
Ein Restaurant bzw. Kiosk befindet sich in diesem bunten Gebäude. Toiletten und Duschen sind vorhanden, sauber und kostenlos. Wo gibt es das noch? Strandkörbe kann man mieten, die auf der Liegewiese verteilt stehen. Die DLRG sitzt auf ihrem Aussichtsturm und Rettungswagen stehen bereit. Das finde ich sehr beruhigend. Obwohl, wenn man eine Stunde vor der Flut und eine Stunde nach der Flut schwimmen geht, kann gar nichts passieren. Die Nordsee war angenehm warm und so sauber, wie das Watt es eben zulässt.
Mit dem Fahrrad lässt sich die Umgebung gut erkunden. Durch den Schöbüller Wald, der bei heißen Temperaturen angenehme Kühle verschafft, ist man schnell in Hattstedt. Man fährt direkt auf die hübsche St. Marien Kirche zu. An der Hauptstraße, der B 5 liegt ein Bäckerladen, der die absolut besten Brötchen in der Umgebung hat. Auch der Kuchen ist zu empfehlen. Weiter dann durch die Hattstedtermarsch und zurück über Wobbenbüll.
Nordfriesland ist wunderschön, sauber und Anfang Juli überhaupt nicht überlaufen. Kurtaxe ist hier ein Fremdwort. Unsere Vermieter laden uns ein, uns die Sehenswürdigkeiten zwischen Schobüll und Dagebüll zu zeigen, immer am Deich entlang. Beide sind pensionierte Lehrer und können uns viel erzählen - über die unterschiedlichen Deichformen und wo die Schimmelreiter-Verfilmung gedreht wurde. Zu den verschiedenen Vogelarten, die zu Millionen dieses Gebiet als Brut-, Nahrungs-, Rast- und Durchzugsgebiet nutzen und damit zu einem der vogelreichsten Gebiete der Erde machen.
In Dagebüll liegt das neue, gerade erst im Juni in Betrieb genommene Fährschiff „Uthlande“, das seine Passagiere zu den Inseln Amrum und Föhr bringt. Auf dem Rückweg halten wir in Schüttsiel. Von hier gibt es Fahrten mit dem MS Rungholt zu den Halligen Oland, Gröde, Langeneß und Hooge. An der Hamburger Hallig halten wir kurz an und schauen uns das Amsinck-Haus von außen an. Das sollten wir unbedingt noch einmal von innen besichtigen, raten uns unsere Lehrer.
Die Marsch-Landschaft vor der Hamburger Hallig heißt Sönke-Nissen-Koog. Große Getreidefelder umgeben die im Jahre 1926 erbauten, mit hellgrünen Dächern gedeckten großen Bauernhöfe mit ihren riesigen Scheunen. Da hier weicher, nachgiebiger Marschboden ist, durften die Häuser nicht so schwer sein. Daher entschied man sich für die vergleichsweise Blechdächer. Eine zweckmäßig und ebenso ästhetische Lösung, die gut in die Koogslandschaft passt. Einige dieser Bauernhäuer stehen, leicht erhöht, auf Warften.
Beim nächsten Stopp sehen wir, wie einer der 21 Bewohner der Hallig Nordstrandischmoor in seine Lore steigt, um nach Hause zu fahren. Es weht ein starker Wind und es scheint mir ein langer Weg zu sein. Jetzt bin ich neugierig geworden, wie es wohl auf einer Hallig aussieht. Also fahren wir am nächsten Tag zurück zum Amsinck-Haus. Ich miete mir ein Fahrrad für 1,50 Euro. Ab durch das Schafstor über den Deich. In der Ferne sehe ich die Hallig mit ihren zwei Häusern.
Es gibt einen schmalen Weg für Radfahrer und Fußgänger und zwei schmale Spuren für Autos. Für 5 Euro kann man das Auto mitnehmen. Rechts und links liegen Salzwiesen und man hört und sieht nur Vögel - oder andere Radfahrer. Das Brut- und Rastgebiet darf nicht betreten werden, aber der Salzwiesen-Lehrpfad, der etwa auf der letzten Hälfte links liegt. Auf der halben Strecke halte ich an, dort ist die Nationalpark-Station Schafberg NABU, eine Naturschutzwarte.
Auf der Hallig angekommen, stelle ich das Rad vor der Nationalpark-Gaststätte Halligkrog ab. Die ist voll gepackt mit Gästen und die Speisekarte sieht verlockend aus. Das andere Gebäude auf dieser Hallig ist die Nationalpark-Station Wattwerkstatt. Hinter den Häusern ist ein Deich und dort setze ich mich auf eine Bank. Vor mir Deichwiesen, Schilf und das Meer. Ein Schiff fährt weiter draußen kreuz und quer durchs Wasser, wohl immer der Fahrrinne nach. Alles wirkt sehr beruhigend auf mich und ich genieße die frische Luft und die Ruhe.
Zurück am Amsinck-Haus. Dort sitzt mein Ehemann und liest den Schimmelreiter, den er sich gerade zusammen mit einem kleinen entzückenden Mensch-Ärgere-Dich-Nicht Spiel gekauft hat. Von der Ausstellung ist er total begeistert und ich soll mir noch unbedingt einiges anschauen. Ich bin entzückt. Auch hier kostet es keinen Eintritt.
An einem strahlend schönen Sommertag machen wir uns auf, um „das Amsterdam des Nordens“, Friedrichstadt, zu besichtigen. Es liegt etwas 15 km von Husum entfernt und ist ein sehr hübsches kleines Städtchen. Lokale an den Grachten laden zum Matjesessen (6,50 Euro) ein, oder doch lieber ein Bauernfrühstück? Dieses ist für 8,50 Euro so riesig, dass da gut zwei Leute von satt werden.
Ein Bummel durch die Stadt begeistert mich. Fast vor jeder Haustür und in jeder Straße haben die Bewohner Rosenstämmchen rechts und links von der Eingangstür gepflanzt. Alle Rosen blühen gerade und es sieht einfach nur wunderschön aus. Die Friedrichstädter Rosenträume finden an jedem ersten Juli-Wochenende auf dem historischen Marktplatz statt. Dieser Marktplatz mit seinen berühmten Treppengiebelhäusern, mit seinen Restaurants und Eiscafes läd zum gemütlichen Hinsetzen ein.
Zum Abschluss eine Grachtenfahrt, die für Erwachsene 7,50 Euro und für Kinder 3 Euro kostet und etwa eine Stunde dauert. Wir meinen, alles gesehen zu haben, und fahren weiter in das Storchendorf Bergenhusen. Die Storchennester auf den mit Reet gedeckten Häusern oder auf hohen Masten sieht man gleich. Wir besuchen das in einem 150 Jahre alten Reetdachhaus betriebene Naturschutzzentrum der NABU und erfahren alles Wissenswerte über den Weißstorch. Eintritt 4 Euro.
Auf dem Dach dieses Hauses brütet ein Storchenpaar, auf das eine Kamera gerichtet ist, so dass man unten im Museum auf dem Bildschirm das Geschehen im Nest live beobachten kann. Wir sehen, wie ein Elternteil das Nest säubert und sich dabei so hinstellt, dass die drei Jungvögel in seinem Schatten liegen. Jetzt kann man sich noch gar nicht vorstellen, dass sie bald einmal um die halbe Welt in ihr Winterquartier fliegen. Für die Rückfahrt geben wir unserem Navi die kürzeste Strecke ein und die führt uns durch kleine, hübsche und gepflegte Dörfer, Felder und Wiesen. Was für eine Idylle!
An einem regnerischen Tag machen wir uns auf nach Witzwort, um den „Roten Haubarg“ mit seinen 100 Fenstern, zu besichtigen. Die Legende sagt: ...Da hat der Teufel sein Spiel verloren und fuhr zum Fenster hinaus. Das Museum in diesem Reet gedeckten Haus mit seinen alten Werkzeugen und Fuhrwerken und diesem hohen Dach sollte man gesehen haben. Eintritt frei.
Im Restaurant kann man ausgezeichnet essen und auch die Torten sehen sehr lecker aus. Die Halbinsel Nordstrand um- und durchfahren wir mit dem Auto. Es ist an diesem Tag so kalt und windig, dass wir immer nur kurz aussteigen. Da tut doch ein Pharisäer gut. Den trinken wir im Pharisäer-Hof in Elisabeth-Sophien-Koog, der Geburtsstätte des Pharisäers. Bei schönerem Wetter ist das Deich-Cafe zu empfehlen, versteckt auf der rechten Seite, wo es rechts nach Wobbenbüll und links nach Nordstrand geht.
Die Inseln Pellworm und Sylt sind gut zu erreichen. Auch Dänemark ist nicht weit. Die vielen Museen in Husum wie das Schifffahrtsmuseum Nordfriesland, das NordseeMuseum Husum Nissenhaus oder das Theodor-Storm-Zentrum und das Schloss vor Husum und auch das Nolde-Museum im 50 km entfernten Seebüll sollte man gesehen haben.
Aber dafür müssen wir noch einmal wiederkommen.
Unsere Rückfahrt soll über Hamburg nach Bremen führen. Aber: Im Radio hören wir von einem kilometerlangen Stau vor dem Elbtunnel in Hamburg – mit zunehmender Tendenz. Macht nichts, dann fahren wir eben mit der Fähre von Glückstadt nach Wischhafen. Hinter Heide fahren wir ab und geben unserem Navi wieder die kürzeste Strecke ein. Fast ganz allein fahren wir auf den Straßen durch kleine Dörfer in Richtung Glückstadt.
Ich finde es herrlich. Plötzlich stehen wir vor dem Nord-Ostsee-Kanal. Mit der Burg-Ost-/Burg-West-Fähre überqueren wir den Kanal. Die Fähre ist kostenlos, jetzt sind wir wirklich baff. Wo gibt es heute noch etwas kostenlos? Weiter geht die idyllische Fahrt. Rechts von uns liegt ein Deich. Halt mal bitte an, sage ich zu meinem Mann, ich möchte sehen, was hinter dem Deich liegt. Wieder muss ich erst Schafe vor dem Tor zum Deich vertreiben, um hinauf zu klettern. Wasser soweit ich sehen kann und links hinten ein kuppelartiges weißes Gebäude.
Wir fahren weiter und mir fallen die vielen Verkaufsschilder in den Fenstern der Häuser auf. Warum die hier wohl alle verkaufen wollen, es ist doch hübsch hier. Tja, dann sehen wir das Ortsschild Brokdorf und wissen schlagartig, dass kuppelartige Gebäude ist ein Atomkraftwerk. Das kannte ich nur von Bildern. Jetzt wird mir mulmig und ich kann die Leute gut verstehen, die hier ihr Haus verkaufen wollen.
In Glückstadt angekommen, stellen wir fest, dass noch viele andere die Idee hatten, die Elbe mit der Fähre zu überqueren. Erst nach 1 ½ Stunden waren wir dann endlich auf dem Schiff. Aber: Auch die Fahrt danach, von Wischhafen nach Bremen, hat mich begeistert.
Zusammenfassend muss ich deswegen sagen: Nordfriesland ist mehr als eine Reise wert.

























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