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Fünf Minuten, die ein Leben retten: Plötzlicher Herztod muss nicht tödlich enden

- Dr. Gunther Stehr forscht seit Jahrzehnten an der Verbesserung medizintechnischer Anwendungen.

- Das AED Symbol - der Automatisch Externe Defibrillator kann Leben retten.

- Die Tabelle zeigt die Rangfolge der häufigsten Todesursachen in der westlichen Welt. Ganz rechts: der plötzliche Herztod.

- So klein ist das Gerät, welches als eines der innovativsten auf dem Markt gilt.

- In der Landeszentrale des DRK-Thüringen demonstrierte Stehr den AED und seine Anwendung vor Ersthelfern der Rettungswacht.

- Fotos: Norbert Gisder

- Prof. Dr. Oliver Stoll, DUB-Vorsitzender, sagt dazu in der Infobroschüre von Unihockey Herzsicher: "Es geht also darum, dass der Ersthelfer die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes überbrückt, nicht diesen ersetzt. Diese knappe Zeit ist das kostbarste Gut, was wir haben. Sie mit lebensrettenden Maßnahmen zu verbringen, ist das einzige, was in dieser Situation angemessen ist."
„Plötzlicher Herztod ist kein Schicksal, das wir hinnehmen müssen“: Wie die Medizintechnik der Unfallforschung mit intelligenter Technik zu Hilfe kommt - das Beispiel des AED (automatischer, externer Defibrillator) als Herzrettungs-Gerät.
Der Minister schaut ungnädig, doch der Chauffeur bleibt hart: "Der Präsident kann warten, Herr Minister, hier geht es um mehr." Dann springt der clevere Fahrer aus dem Auto und öffnet den Türverschlag des Pkw, der unmittelbar vor dem Ministertross gegen einen Betonpoller geknallt ist; in der linken Hand hält der Helfer, schon einsatzbereit, einen kaum eierkartonkleinen, gelben Kasten und eine Decke. Der junge Mann am Steuer liegt vornübergebeugt auf der Hupe des alten Kleinwagens, der vor sich herlärmt … die beiden Polizisten auf ihren Motorrädern, die den Staatsgast eskortieren, schalten Blaulicht ein und lenken den Verkehr um, während ihnen der Chauffeur die Anweisung hinüberruft, den Notarzt zu rufen. Noch während dieser Worte macht er sich an die Arbeit:
Keine 30 Sekunden später liegt das Unfallopfer auf einer Decke neben seiner nun nicht mehr hupenden Karre.
10 Sekunden später hat der Chauffeur das Hemd des jungen Burschen aufgerissen.
Es sind keine zwei Minuten seit dem Prall des Autos gegen den Betonpoller vergangen, da kleben die zwei Elektroden des Herz-Rettungsgerätes, Defibrillator genannt, an der rechten, oberen Brusthälfte knapp unter dem Schlüsselbein sowie über dem ausklingenden Rippenbogen der linken Oberkörperhälfte des Verunglückten.
Automatisch nimmt das Gerät des Helfers seine Arbeit auf, stellt ein EKG her. Der Chauffeur als Ersthelfer stellt fest: Opfer ohnmächtig, Atmung hat aufgehört, Herzstillstand droht – Herztod steht damit unmittelbar bevor. Das Gerät, das Leben rettet, hat bereits ein erstes EKG angefertigt und würde keinen Stromschlag setzen, wenn es nicht notwendig wäre. In diesem Fall aber ist es lebensrettend. Der Defibrillator setzt den ersten Stromschlag durch den Oberkörper. Dann klingt die Stimme aus dem Gerät: „Herzdruckmassage, 30 mal mit beiden ausgestreckten Armen, die Handballen kräftig auf den mittleren Brustbeinbereich gedrückt.“ (Der Oberkörper muss dabei um drei bis 5 Zentimeter eingedrückt werden.) Der Chauffeur schwitzt während seiner Arbeit als Lebensretter, doch die Arbeit lohnt sich.
Das automatische Herzrettungsgerät setzt nach Ankündigung einen zweiten, eskalierenden (stärkeren) Stromschlag – und das Herz des Unfallopfers reagiert mit einer ersten Kontraktion, ohne allerdings seine Arbeit wieder aufzunehmen und wieder im normalen Rhythmus zu schlagen.
Es ist der Beginn der vierten Minute seit dem Aufprall des Autos des jungen Patienten gegen den Betonpoller. Zwei weitere Minuten vergehen, in denen der Chauffeur abwechselnd den automatisch gesprochenen Anweisungen des Defibrillations-Automaten folgt und die Herz-Lungen-Wiederbelebung per Handballenmassage unterstützt. Jeweils nach 30 Herzdruckmassagen fordert das Gerät den Retter auf, den Verunglückten zwei Mal zu beatmen. Danach setzt das Gerät über seine Elektroden nach Ankündigung an den Helfer einen Stromstoß durch den muskulösen Oberkörper des jungen, verunglückten Mannes – bis das Herz die elektrischen Impulse verstanden hat und seine Arbeit selbsttätig wieder leistet. Jetzt erhält das Herz den Befehl in seinem normalen Rhythmus zu schlagen wieder durch den Sinus-Knoten oberhalb des Herzmuskels. Das Herzrettungs-Gerät erkennt dies und hört auf zu arbeiten, bleibt aber in Bereitschaft. Das heißt, das EKG wird fortgeschrieben und damit der Patient weiter überwacht.
Sieben Minuten später ist der Notarzt am Unfallort und übernimmt den Patienten – der dank eines kundigen und blitzschnell handelnden Ersthelfers direkt am Unfallort vor dem sicheren Herztod bewahrt wird. Auf dem Weg ins Unfallkrankenhaus wird der Patient bereits stabilisiert und gilt wenige Stunden später als gerettet.
*
Schwer vorstellbar? Ja, in Deutschland. Denn in einer der am höchsten industrialisierten Volkswirtschaften der Erde schauen die Menschen meist weg, ehe sie riskieren, anderen helfen zu müssen; damit verschließen sie die Augen vor Schicksalsschlägen, die jeden ereilen können und die doch nicht tödlich enden müssten – wenn es genügend Menschen gäbe, die sich als Ersthelfer an einem x-beliebigen Platz nicht vor der Verantwortung scheuen, Leben zu retten.
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Interessanterweise ist es die Autoindustrie, in der die Unfallforschung längst so weit ist, dass vorausdenkende Manager bereits überlegen, automatische, kompakte Herzrettungs-Maschinen als Extras – ähnlich einst Airbags, ESP und Bremskraftverstärkern – anzubieten. Das könnte sich lohnen.
*
5.000 Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr den Unfalltod – eines plötzlichen Herztodes sterben 160.000 Menschen. Das sind 32 mal so viele Tote wie durch Unfall im Straßenverkehr. Sie sterben nicht nur, aber eben sehr oft auch im Straßenverkehr. Und oft mit verheerenden Folgen – wenn sie als Fahrer eines Pkw etwa einen Unfall verursachen, in den andere verwickelt werden.
160.000 Menschen. Das heißt, alle drei (!!!) Minuten stirbt ein Mensch, weil sein Herz zu schlagen aufhört, seine Atmung stoppt – und weil sich kein Ersthelfer mit dem Mut zum sofortigen Eingreifen findet.
Dabei ist die Technik längst da, die die Arbeit macht – die Menschen müssen nur noch den Mut haben, sie anzuwenden: Und sie müssen sich die Kenntnisse erwerben, wie das geht. Das dauert keine halbe Stunde.
Dr. Gunther C. Stehr will sich damit nicht abfinden. Der Medizintechniker, der sein ganzes Leben der Forschung gewidmet hat, ist nicht nur als unabhängiger Berater unermüdlich zwischen allen Fronten auf Achse, um Ersthelfer von DRK und Samaritern, Rettungswacht am Wasser und Berufsverbänden an Land zu informieren und an Defibrillatoren der unterschiedlichsten Hersteller auszubilden.
In seiner eigenen Firma für medizinische Produkte, MEPRO, mit Sitz in Dresden und Berlin, forschen er und sein Mitarbeiterteam seit Jahren an immer sichereren Methoden, Laien die Angst zu nehmen, als Ersthelfer einen Defibrillator zu verwenden.
„Heute gibt es so ausgereifte Geräte, dass auch derjenige, der zum allerersten Mal einen solchen Apparat in die Hand nimmt, keine Fehler mehr machen kann“, sagt Stehr. Der Automat macht dem Helfer von dem Augenblick der Inbetriebnahme an völlig eindeutige Ansagen, was zu tun ist und wie es zu tun ist.
Stehr: „Wir dürfen in Deutschland die Augen nicht davor verschließen:
1. „Der plötzliche Herztod, meist durch Kammerflimmern ausgelöst, ist die häufigste Todesursache in der westlichen Welt.
2. Herz-Lungen-Wiederbelebung ohne Nutzung eines automatischen Rettungsgeräts (AED - Automatischer Externer Defibrillator) hat nur eine geringe Wirkung.
3. Es ist vor allem ein Kampf gegen die Zeit, denn die Früh-Defibrillation mittels eines AED innerhalb von 5 min. ist die einzige erfolgversprechende Maßnahme.
4. Daher muss der AED und ein geschulter Ersthelfer dafür bereits vor Ort sein, da Rettungsdienste durchschnittlich 13 min. nach dem Notruf eintreffen.
5. Die modernsten Geräte besitzen eine klinische Effektivität; sie stellen eine 100% Erkennung von nicht defibrillierbaren Zuständen sicher. Daher ist eine Fehlbedienung - auch durch Laien - ausgeschlossen.
6. AED‘s – hinter diesem Kürzel verbergen sich die automatischen Herzrettungsgeräte der MEPRPO - sind aus o.a. Gründen in vielen Ländern bereits gesetzlich vorgeschrieben, z.B. in vielen öffentlichen Einrichtungen (USA, Spanien, u.a.).“
In Deutschland ist bisher weder die Gesetzgebung noch die Einsicht der Menschen in die Notwendigkeit der Fortbildung etwa in Erste-Hilfe-Lehrgängen unter Einbeziehung der Herzrettungs-Geräte für jedermann so weit.
Deshalb wirbt Stehr für seine Idee einer flächendeckenden Information über den plötzlichen Herztod. Er sagt: „Dieses Schicksal ist abwendbar. Das Beispiel Las Vegas zeigt, dass mehr als 70 Prozent der Menschen, deren Herz und Atmung urplötzlich versagen, mit sofortiger Hilfe wieder belebt werden können.“
In Las Vegas, USA, ist es das große Geld, das Casinobetreiber und Limousinen-Services dazu veranlasst, nahezu jeden Angestellten darauf zu konditionieren, sofort zu reagieren, wenn ein Mensch – oft ohne erkennbaren Anlass – in sich zusammensinkt, aufhört zu atmen.
In Deutschland ist es die große Ignoranz, die viele Menschen vor Themen die Augen verschließen lässt, die als „unappetitlich“ empfunden werden.
Stehr ist deshalb an professionellem Lobbyismus interessiert. In deutschen Chauffeur- und Limousinen-Service-Unternehmen hat er diesen Professionalismus ausgemacht. Dort setzt er an, wenn er sagt: „Im Mai 2009 wurde die Verschmelzung des Bundesverbandes der Chauffeur & Limousinen Service Unternehmen in Deutschland e.V. (BCD) mit dem Deutschen Chauffeur und Limousinenservice Verband e.V. (DCLV) beschlossen. Beispielhaft ist das Mitgliedsunternehmen DB Fuhrpark als 100%ige Tochter der Deutschen Bahn mit ca. 48.000 Fahrzeugen einer der größten Flottenbetreiber Deutschlands. Zu dessen Kunden zählen namhafte und weltweit vertretende Firmen und Konzerne, VIP und Privatpersonen sowie Veranstalter von Kongressen und Events.“
Im Rahmen eines von der MEPRO und Dr. Stehr selbst geförderten Projekts sollen die Unternehmen der Branche nun in die Lage versetzt werden, ihre Chauffeur-Dienstleistung durch die Zusatzleistung „Herzsicherheit der Fahrgäste“ erweitern zu können. Die Voraussetzung dafür, die sachgerechte Ausstattung der Fahrzeugflotte sowie eine Zusatzausbildung der Chauffeure und des Sicherheitspersonals, will Stehr mit dem Personal der MEPRO und in Kooperation mit den Ausbildungseinrichtungen von DRK und anderen Lebensrettern gewährleisten.
Unterstützung erfährt der Firmenchef und Forscher dabei durch den Landessportbund Berlin, der in seinem Symposium zum plötzlichen Herztod am 4. März 2009 im Haus des Sports in Berlin forderte: „Bei künftigen Neubauten von Sportstätten ist in Berlin künftig die Vorhaltung eines öffentlich zugänglichen AED-Gerätes Pflicht.“
An Hersteller von Premium-Fahrzeugen appelliert der 40jährige Dresdner, der auch in Remscheid im Bergischen Land schon in der Gerätetechnik geforscht hat, für Dienstfahrzeuge der Führungskräfte die entsprechende Ausstattung „ab Werk“ als Ausstattungsoption anzubieten. Vorteil dieser Lösung ist die werksseitige Vernetzung mit der Bordelektronik, z.B. mit bereits installierten SOS-Meldesystemen. „Heart Save Mobile“ nennt Stehr dieses Projekt und fasst die Vorteile in sechs Punkten zusammen:
Projektvorschlag „Heart Save MOBILE“
1. Ausstattung chauffeurbetriebener Fahrzeuge mit AED’s
2. Ausbildung der Chauffeure und des Sicherheitspersonals zum AED-Ersthelfer (drei zusätzliche Stunden zum normalen 1.-Hilfe-Kurs), Re-Fresh alle zwei Jahre im Rahmen der innerbetrieblichen Ausbildung
3. Rahmenvertrag der dem DCLV bzw. einzelnen Unternehmen der Chauffeur- und Limousinenbranche mit Servicepartner MEPRO über die Lieferung, Installation und den Geräteservice
4. Rahmenvertrag mit Herstellern der Fahrzeuge mit Servicepartner MEPRO über die Lieferung und den Geräteservice
5. AED-Management durch die MEPRO, mit dem die MEPRO ein europaweites Alleinstellungsmerkmal herausarbeitet. Das AED-Management beinhaltet nicht nur den Gerätebestand, sondern ebenfalls alle zugeordneten AED-Ersthelfer. Es entspricht allen Richtlinien des Medizinproduktegesetzes sowie der Medizinprodukte-Betreiberverordnung, der Europäischen Richtlinien ERC sowie der US-amerikan. Vorschriften der AHA.
6. Pilotphase mit einem Fahrzeughersteller und einem Dienstleistungsunternehmen der Chauffeur- und Limousinen- Service-Branche, Ausstattung und Testphase von Equipment, Personal und AED-Management .
Stehr: „Der Einsatz von automatisierten Defibrillatoren wird von großen Hilfsorganisationen befürwortet – viele Geräte sind bereits in öffentlichen Bereichen wie Bahnhöfen, Einkaufszentren, Saunen oder Sportstudios im Einsatz.“(Aus: MedicAssist Broschüre zur Frühdefibrillation, Informationen zum plötzlichen Herztod)
Doch auch die Dienstleister in diesem Pilotprojekt – die Chauffeure wie auch die Fahrzeugherstellen – würden profitieren. Stehr:
Benefits für den Chauffeur- und Limousinen-Service sind
- Kundennutzen (rechtzeitige Ersthilfe bei plötzlichen Herztod, der häufigsten Todesursache in Deutschland), den die Rettungsdienste aufgrund der Wegezeiten NICHT bieten können
- Alleinstellungsmerkmal und Zusatzdienstleistung für den Kunden – Herzsicherheit bei der Beförderung der Kunden
- Erhöhung der Kundenbindung durch Anbieten dieser Zusatzdienstleistung
- Aufwertung des Chauffeur- und Sicherheitspersonals als AED-geschulter Ersthelfer, Mitarbeiterbindung und –motivation
- Refinanzierung über die Vertragsverhältnisse mit den Kunden
Die Vorteile für die Fahrzeughersteller und die Fahrer liegen auf der Hand
- Kundennutzen: Unternehmen der Chauffeur- und Limousinenbranche erhalten die Fahrzeuge bereits werkseitig mit AED’s ausgestattet
- Aufwertung des Fahrzeugportfolios durch eine weitere Ausstattungsoption: der Kunde kann neben Feuerlöscher, SOS-Meldeanlage u.ä. die Ausstattungsoption „AED“ auswählen.
- Erhöhung Umsatz/Fahrzeug möglich durch Weiterberechnung der Geräte- und Installationskosten an die Fahrzeugkäufer
Mit seiner Firma, einem der führenden medizintechnischen Service-Unternehmen in Sachsen, verspricht Stehr eine herstellerunabhängige Beratung und Service und bietet bundesweit an:
AED-Management-Konzept der MEPRO:
AED-Planungs-Management: Richtlinienkonforme Planung der Ersthelfer- und AED-Ausstattung Ihrer Einrichtung/Firma.
AED-Beschaffungs-Management - Gerätelieferung, ggf. Montage - Einweisung gemäß MPG (Medizinproduktegesetz).
AED-Personal-Management - Ersthelfer-Einsatz und -ausbildung (Grundkurse, Trainings, Fresh-up).
AED-Facility-Management - Gerätestandorte, Baumaßnahmen - Vernetzung, Datentransfer - Eintragung in location registries.
AED-Geräte-Management - Geräte-Checks nach Plan - Software-Updates - Geräte-Service, Reparaturen – Leihgeräte.
AED-Verbrauchsmaterial-Management - Elektroden - Batterien, Akkus - Zubehör (Taschen, Wandschränke,...).
AED-Einsatz-Management - unverzügliches Auslesen der AED-Daten nach Gerätebenutzung - Datentransfer zur Rettungsleitstelle/Krankenhaus - Wiederherstellen der Einsatzbereitschaft.
AED-Kosten-Management - Finanzierung - komplette Kostenkontrolle für AED- Personal und Geräte
Auch mit diesem Service sieht sich Dr. Gunther Stehr von Experten unterstützt. So sagt etwa Dr. Andreas Gröger, Teamarzt der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft, unter Leitung von Prof. Dr. Reiner Gradinger:
"In jedem Stadion und allgemein bei jeder Großveranstaltung sollte solch ein Defibrillator vorhanden sein. Wir haben das Gerät bei jedem Spiel dabei, haben auch unsere Physiotherapeuten eingewiesen und werden auch den Spielern zeigen, wie der Defibrillator anzuwenden ist.“
Wie praxisnah die Visionen des Dr. Stehr sind, zeigt ein Vorfall in Moritzburg am Sonntag, dem 14. Februar 2009. An diesem Tag wurde um 10:35 Uhr dem Besucher Herrn Dr. Harro I. auf Schloss Moritzburg durch den Einsatz der SECURITAS-Mitarbeiter und eines vor Ort verfügbaren AED (Automatischen Externen Defibrillator) das Leben gerettet. Maßgeblich beteiligt waren die Mitarbeiter des Sicherheits-Dienstleisters SECURITAS.
Die MEPRO Dr. Stehr Medizintechnik GmbH ist als AED-Dienstleister für das Auslesen aller Gerätedaten incl. EKG verantwortlich, die dem Rettungsdienst bzw. Krankenhaus Meißen zur Verfügung gestellt wurden.
Als erste Stadt in Deutschland hat übrigens München die Sinnfälligkeit erkannt, endlich zu handeln. Seit April 2001 wurden 44 AEDs in 37 Münchner U-Bahnhöfen installiert und mit Notruf-vorrichtungen gekoppelt. Im Beobachtungs-zeitraum von 91 Monaten kam es in der Münchner U-Bahn zu AED Einsätzen bei 17 Patienten, davon 14 mit plötzlichem Herztod (82%). Bei 3 Patienten wurde bei nicht-kardialer Ursache kein Schock abgegeben. 12 der 14 Patienten mit plötzlichem Herztod wurden primär erfolgreich reanimiert (86%) und in ein Krankenhaus eingeliefert. 8 dieser Patienten konnten ohne neurologische Schäden entlassen werden (57%). Bei 10 Patienten lag initial Kammerflimmern vor, davon überlebten 8 ohne neurologische Schäden (80%).
Technische Fehlfunktionen aufgrund der starken elektromagnetischen Felder in den U-Bahnhöfen traten nicht auf. Die Gesamtkosten des Projektes beliefen sich auf 181.300,00 Euro, d.h. 22.662,00 Euro/Überleber. Stehr: „Die Effektivität und Sicherheit von automatischen externen Defibrillatoren (AED) wurde in der Münchner U-Bahn unter einen wirkungsvollen Beweis gestellt.“ Nun hofft der Medizintechniker, dass dieser ersten Studie zum systematischen Einsatz von AED in einem U-Bahnnetz weitere folgen.
Die Zahl, der Bildungshorizont und die persönliche Reputation seiner Unterstützer wachsen unterdessen: „Ein AED könnte auch Ihr Leben retten! Die Geräte sind heute extrem sicher und selbst für uns Nichtmediziner einfach zu bedienen. Bei einem Herzstillstand zählt jede Minute für Ihr Herz.“ Das sagt Dr. Constantin von Brandenstein-Zeppelin, Präsident des Malteser Hilfsdienstes. Dabei geht es nicht darum, dass der Ersthelfer den Notarzt ersetzt, sondern die Zeit überbrückt, bis dieser kommt. Und: Nur in den ersten fünf Minuten nach dem Herzstillstand kann das Opfer des plötzlichen Herztodes reanimiert werden, ohne dass es bleibende Schäden erleidet.
Und Dr. Sabine Bergmann-Pohl, ehemalige Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes, Berlin, weiß längst: „Die Geräte der Laien-Defibrillation bieten eine absolute Sicherheit vor Schädigung des Herzstillstandopfers durch unsachgemäßen Einsatz. Es gibt nur einen folgenschweren Fehler: nichts zu tun.“
Dr. Stehr: „Ich halte es für eine große, gesellschaftliche Herausforderung, in Deutschland Menschen zu finden und zu gewinnen, deren Bildungshorizont weit genug ist, sich dafür einzusetzen, den plötzlichen Herztod nicht als einen von Gott gegebenen, nicht zu ändernden Schicksalsschlag hinzunehmen. Wir können etwas dagegen tun. Und wir sollten diese Hilfeleistung für die Menschen nicht unterlassen. GT/Gis- 12-09-2009






















