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Deutsche Soldaten im Krieg gefallen.
Verteidigungsminister zahlt

Kommentar von Peter Haisenko
12.07.2009

Das Wort Krieg im Zusammenhang mit Afghanistan scheut die deutsche Regierung wie der Teufel das Weihwasser. Am Freitag, den 10. Juli 2009, ist da etwas daneben gegangen. Auf der Titelseite der Münchner tz versteckt sich eine Sensation. Die kleine, unscheinbare Kurzmeldung lautet: „Bund muss für 21 Kriegstote zahlen – In 21 Fällen musste der Bund bislang laut Verteidigungsministerium Lebens- und Unfallversicherungsleistungen für tote Soldaten übernehmen, weil sich die Versicherer weigerten. Sie wollten nicht zahlen, weil in ihren Policen der Tod durch Krieg nicht abgesichert ist.“

Soweit die trockene Meldung. Genau gelesen, ist sie purer Sprengstoff. Sie hätte mit gleichem Inhalt auch so lauten können: Versicherer weigern sich Leistungen für im Krieg gefallene Soldaten zu zahlen. BMV widerspricht nicht und übernimmt die Zahlungen der Versicherungsleistungen für die gefallenen Soldaten.

Jetzt wird schon deutlicher, welcher Skandal in dieser Meldung steckt. Seit dem flapsig unsinnigen Spruch von dem damaligen Verteidigungsminister Struck - „Deutschland wird am Hindukusch verteidigt“ - bestehen alle regierenden Politiker darauf: „Deutschland führt in Afghanistan keinen Krieg!" Diese Doktrin wird gegenüber der Öffentlichkeit unveränderlich vertreten. Eine Diskussion darüber in den Medien wird nicht zugelassen, obwohl die Mehrheit der Deutschen gegen den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan ist.

Die Versicherungsgesellschaften lassen sich nicht so leicht ins Bockshorn jagen. Sie stellen einfach fest, die 21 Soldaten sind im Krieg gefallen und deswegen sind sie nicht zur Zahlung verpflichtet. Konsequenterweise müsste das BMV den Versicherungen widersprechen und sie zur Zahlung auffordern. Das aber würde zu einem Prozess führen und genau den kann sich das BMV nicht erlauben. Also übernimmt das BMV einfach die Zahlungen. Es hofft, so einer gerichtlichen Feststellung zu entgehen, ob sich deutsche Soldaten nun im Krieg befinden oder nicht.

Das BMV weiß, wie dünn das Eis ist, auf dem es sich da bewegt. Ich kann mir kein Gericht in Deutschland vorstellen, das die Ansicht des BMV bestätigen wird, dass der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan kein Krieg ist. Ein entsprechendes Urteil dazu würde endgültige Klarheit schaffen und das BMV und die gesamte Regierung in größte Probleme stürzen.

Das Grundgesetz erlaubt den Einsatz der Bundeswehr ausschließlich zur Verteidigung Deutschlands. Wenn die Bundeswehr in Afghanistan Krieg führt, ist das wider das Grundgesetz. Bündnistreue hin oder her. Die Soldaten müssten sofort aus Afghanistan abgezogen werden, wenn die Irreführung der deutschen Bevölkerung durch die Regierung aufgedeckt wird. Weitere Konsequenzen für die Verantwortlichen sind denkbar, bis zu strafrechtlicher Würdigung.

Mit der Übernahme der Versicherungsleistungen für die gefallenen Soldaten bestätigt das BMV den Standpunkt der Versicherungen: Die deutschen Soldaten sind in Afghanistan im Krieg gefallen. Das ist die versteckte Sensation! Den Versicherungen wird eingestanden, was gegenüber der Öffentlichkeit abgestritten wird. So besteht vielleicht die Möglichkeit, dass die in Eigennutz handelnden Versicherungen dem deutschen Volk einen großen Dienst erwiesen haben. Sie könnten der Auslöser werden, der unsere Soldaten von ihrem unsinnigen Einsatz aus einem Land nach Hause bringt, das uns gar nichts angeht. Lebensversicherungen könnten ihrem Namen gerecht werden, und tatsächlich wertvolle Leben retten.

In wenigen Wochen ist Wahl. Durch das Verhalten des BMV gegenüber den Versicherungen haben die Gegner des Afghanistaneinsatzes scharfe Munition zugespielt bekommen. Sie sollten sie abschießen und den Afghanistaneinsatz zum Wahlkampfthema machen. GT 12-07-2009


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